Nach 2000 - WIE verlief die dritte Phase des 3x3:
Von 2000 bis 2007
Um die Jahrtausendwende herum wucherten die Scheinblüten des Onlinehypes. Kaum ein Verlag konnte sich den wirren Sprüchen entziehen, und fast jeder bezahlte dafür bitteres Lehrgeld, manche standen vor dem Konkurs. Kein Wunder: wer mit keiner sauber konzipierten Basis arbeitet, verheddert sich hoffnungslos in den neuen technologischen Möglichkeiten. Was einem 3x3 Anwender z.B als bloßer Wechsel des Trägermediums klar ist, wurde von den Beratern großspurig als neues Geschäftsmodell verkauft. Die Vorreiter der New Economy vermochten den perplexen Praktikern einzureden, alles sei bisher falsch, was man über Märkte wüsste. Als AOL schließlich Time Warner kaufte, glaubte der Letzte, er müsse nun sein gesamtes Knowhow über Bord werfen. In Wahrheit deckte jedoch das neue Medium nur die katastrophale Schwäche des monomedialen Denkens auf. Für 3x3 Anwender bestand nicht der geringste Grund für solch einen Verzweiflungsakt, weil die Mehrmedialität, die Interaktivität, die Kundenintegration und der Servicecharakter immer schon integraler Modellbestandteil war. Was neu war und bis heute neu ist, das sind die riesigen Technologiemöglichkeiten. Sie reichen z.T. bis hin zu hochspezifischen Profilprodukten und im Extrem sogar zu 1:1 Leistungen. Leider beherrschten -wie es in Zeiten der early adopters immer ist- die Technologen die Szene, denen typischerweise die konzeptionelle Gesamtsicht fehlt. Auf Kongressen und in Seminaren wurde massenweise das Internet propagiert, doch leider wieder einmal als isolierter medialer Träger. Erst allmählich befasst man sich unter dem Stichwort crossmedia mit integrierten Produkt- und Werbeauftritten. Das Durcheinander ist jedoch nach wie vor groß, da klare Einordnungen fehlen. Das babylonische Sprachgewirr von Angebotsformen, Geschäftsmodellen etc., bei dem jeder etwas anderes versteht, ist wohl nur mit einem klaren und leistungsfähigen Grundmodell auszuräumen: dem 3x3.
